Stricksocken – Bumerangferse
Wenn es draußen wieder kälter wird, bekomme ich immer Lust auf Stricken. Letztes Jahr hatte ich dann Lust, mich mit Socken stricken zu beschäftigen. Ich habe vor Jahren schon einmal Socken gestrickt, dass aber dann nie weiterverfolgt. Also ist es bei einem Paar selbst gestrickte Socken geblieben. Das wollte ich ändern.
Also habe ich erst mal das Internet nach Inspiration gesucht und festgestellt, dass es Unmengen an Anleitungen, Tipps und Tricks und auch unfassbar viel unterschiedliche Arten von Sockenwolle gibt. Um mich erst mal langsam an das Projekt dran zu wagen, habe ich mich für 4-fach Sockenwolle von Opal entschieden (75 % Schurwolle, 25 % Polyamid. Die kann ich nämlich ganz einfach beim örtlichen Stoffladen kaufen, wenn ich sowieso gerade in den Stoffen stöber.
Angeboten wird dort Sockenwolle in 4, 6 oder 8-fach. Für die 4-fach Sockenwolle habe ich mich entschieden, weil diese schön dünn ist, das mag ich lieber. Eigentlich wollte ich das erste Paar Socken komplett schlicht halten und eigentlich nur rechts stricken, die Bumerangferse / Jojo-Ferse und eine Bandspitze stricke. Beim Stöbern nach entsprechenden Anleitungen bin ich dann aber auf eine Anleitung von Junghans-Wolle gestoßen, die ein leichtes Muster hat, dass nur aus rechten und linken Maschen besteht. Wofür ich mich dann entschieden habe.

Gestrickt habe ich die Socken mit einem Nadelspiel in der Stärke 2,5. Dies wurde in der Anleitung empfohlen und das hat auch mit meiner Maschenprobe gepasst. Das Bündchen habe ich mit 2 M re, 2 M li gestrickt. Für die Ferse habe ich mir ein Video bei Youtube gesucht und finde das von Carolines Welt gut und einfach erklärt. Hier wird beschrieben, wie das mit den Doppelmachen/ den verkürzten Reihen funktioniert und im Detail gezeigt, was sehr hilfreich war. Leider entstehen bei mir dennoch im Fersenbereich an den Seiten kleine Löcher. Scheinbar ziehe ich die Wolle da nicht festgenug. Allerdings habe ich auch ein bisschen Angst, dass wenn ich noch fester an der Wolle ziehe, mir irgendwann die Holzstricknadel bricht.


Nach der Ferse ging es aber dann erstmal ganz gemütlich mit dem Muster weiter bis zu Bandspitze. Bei der Spitze habe ich mich an der Sockentabelle orientiert und entsprechende abnahmen für meine Größe vorgenommen. Mit dem Ergebnis, dieses Paars bin ich sehr zufrieden.


Da aber ein paar selbst gestrickte Socken nicht ausreichend, wollte ich noch ein zweites Paar stricken, auch um zu versuchen, die Löcher bei der Bumerangferse zu vermeiden. Außerdem wollte ich die Socken mit dem CraSy Trio von addi stricke. Melanie (500 days of sewing) hat so begeistert davon berichtet, dass ich es auch ausprobieren wollte. Also habe ich wieder im Stoffladen Sockenwolle gekauft. Außerdem habe ich mir das CraSy Trio in 2,5 mm gekauft. Das CraSy Trio ist ein Set aus drei Nadeln mit flexiblem Mittelteil, die sich der Hand anpassen sollen. Es gibt sie in unterschiedlichen Längen, für mein Sockenprojekt habe ich mich für 21 cm Länge entschieden.

Dieses Mal habe ich nach einer Sockentabelle von Lana Grossa gestrickt, ohne Muster. Gestartet habe ich mit dem Bündchen, das allerdings musste, ich wieder mit dem Nadelspiel machen, da bin ich mit dem CraSy Trio überhaupt nicht zurechtgekommen, den Teil finde ich mit einem Nadelspiel wesentlich leichter.
Für den Schaft habe ich dann auf das CraSy Trio gewechselt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Handhabung und damit, wie die Nadeln gut in der Hand liegen, habe ich dann aber den Dreh herausgefunden und den kompletten Schaft mit dem Trio gestrickt.
Zu erwähnen wäre noch, dass das Trio eine Basic-Spitze und eine Lace-Spitze hat. Die Lace-Spitze ist ein bisschen feiner und spitzer. Mit der komme ich ein bisschen besser klar, aber auch die Basic-Spitze hat beim Stricken gut funktioniert.


Für die Ferse musste ich dann allerdings wieder auf das Nadelspiel wechseln, da mir dieser Teil damit leichter fällt. Leider sind aber auch bei diesem Paar Socken wieder kleine Löcher an der Seite der Ferse entstanden. Vielleicht hat jemand einen Tipp, wie man diese verhindern kann? Ich habe das Gefühl, dass ich die Wolle an den entsprechenden Stellen schon sehr fest ziehe, aber dennoch habe ich Löcher an den Seiten.
Den Fuß bis zur Spitze habe ich dann wieder mit dem CraSy Trio gestrickt, um anschließend für die Bandspitze wieder auf das Nadelspiel zu wechseln. Auch hier erschien es mir einfacher, das mit dem Nadelspiel zu machen. Für das CraSy Trio fehlt mir vielleicht noch ein bisschen die Übung, um es komplett damit umsetzen zu können.

Um meinen Socken den letzten Feinschliff zu verleihen, habe ich mir Sockenspanner aus Holz bestellt. Natürlich musste ich die beiden gestrickten Paar Socken auch direkt damit blocken. Nachdem die Socken ein Bad in kaltem Wasser mit Wollwaschmittel genommen haben, werden sie über das Brett gezogen, um in der entsprechenden Form zu trocknen.

Im Vergleich sieht das Maschenbild nach dem Blocken auch schöner und glatter aus, und die Socken liegen sehr schön in der richtigen Form. Hier mal ein Vergleich zwischen einer geblockten Socke und einer noch nicht geblockten.

Im Großen und Ganzen bin ich mit den Ergebnissen zufrieden, allerdings stören mich die Löcher an der Ferse. Vielleicht muss ich beim nächsten Mal eine andere Ferse ausprobieren. Es gibt noch reichlich Möglichkeiten: Käppchenferse, Herzchenferse oder Zunahmeferse.
Das nächste Paar folgt bestimmt 😊. Selbstgestrickte Socken kann man nie genug haben.
